Fürth Festival 2019 - Programm Hallplatz, Samstag, 13.7.

16 Uhr: Von Weiden

Es benötigt nur wenige Takte, schon lässt sich die Herkunft des vielköpfigen Indiefolk Orchesters VON WEIDEN nicht länger verbergen. Wer sein neues Werk „Ruf der Provinz“ tauft, hat das aber offensichtlich auch nicht vor. VON WEIDEN machen die Tradition modern, verpacken kleine und große Musik in sympathischen Songs. Spätestens auf den mitreißenden Konzerten offenbart sich, dass die Musik der Kapelle in jeder Provinz und Stadt funktioniert. VON WEIDEN erwecken Bilder einer provinzlerischen Szenerie zum Leben, liefern aber nur vordergründig den Soundtrack des Landlebens. Vor Spielfreude strotzend, bodenständig und weltoffen, spielen sie mit ländlichen Klischees, lassen ihre Parolen aber nie zu nostalgischen Plattitüden verkommen. Was auf der Bühne passiert, ist hoch ansteckend und tanzbar. Die Damen und Herren aus dem Grenzgebiet zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wollen mit ihrem Publikum schwelgen, tanzen, singen und durchdrehen. Das klingt mal frisch wie barfuß über die Wiese, mal schroff, wie ranzige Stiefel auf Schotter. Von Polka über angepunkteten Rock´n´Roll, vom Gossenblues bis hin zum Lied. Das Streich -, Saiten-, Klopf-, Drück- und Blaswerkzeug wird ausprobiert und kombiniert, dass es eine wahre Freude ist! Dazu gibt es Texte, die vom Gehen und Bleiben handeln, dem besten Kumpanen, dem geliebten Mofa oder dem letzten Marsch. Hemdsärmlichkeit und Süffisanz sind bei VON WEIDEN allgegenwärtig, ohne dabei jemals albern zu sein.

20 Uhr: HISS

Es ist erstaunlich, dass HISS auf den unzähligen Konzerten der vergangenen Jahrzehnte kaum von ihren Abenteuern auf hoher See berichteten. Dabei trotzten sie Tsunamis und Taifunen, der sengenden Sonne des Südens und dem erbarmungslosen Eismeer und überstanden gefährliche Begegnungen mit Haien, Schmugglern und Korsaren. Sie zechten und sangen in Cartagena und Wladiwostok, in Kapstadt und Shanghai. Auf ihrem achten Album erzählen uns HISS endlich von ihren unglaublichen Erlebnissen auf den Meeren und in den Häfen, von der harten Arbeit an Deck und im Maschinenraum, von der Nützlichkeit des Rums, von Schiffbruch, Abschied und Heimkehr. Wir hören zeitgemäße Seemannslieder, Piratenpolkas, Südsee-Ska, Tiefsee-Tango und werden dabei vielleicht selbst so seefest, so sturmerprobt und stark wie HISS.

Ende: 23 Uhr